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Retusche
Retusche, was bedeutet das ? Mit Retusche (franz. Retouche = Nachbesserung) bezeichnet man ein sehr breites Spektrum an Bild-Nachbesserungen. Retusche fängt für mich dort an, wo ich mit der Kamera nicht weiter komme. Das einfachste Besipiel ist der "gemeine Mitesser". Zu analogen Zeiten hat man es aufwendig überdeckt. Heute sind es 10 sec. Retusche. Retusche ist aber noch viel mehr. Sie glättet die schonungslose Wahrheit der Kamera. Menschen, welche sonst eigentlich schön sind, offenbaren auf dem Foto ihre ganzen Makel. Ob Mitesser, Falten, Augenringe, unschöne Brust, Fettpölsterchen, Buckel oder schmutzige Fingernägel. All das wird von uns übersehen. Es sind alltägliche Probleme die unser Gehirn einfach "übersieht". Der Kamera entgeht es jedoch nicht.
Und da unser Gehirn schöne makellose Menschen von Zeitungen, Postern und aus dem Fernsehen kennt, suchen wir auch in anderen Bildern danach. Retusche setzt dort an. Wir verhelfen den Personen einfach zu dem was andere Menschen tagtäglich in Ihnen sehen. Den normalen Menschen.

Weitere Gebiete der Retusche sind z.B. die Bildveränderung. Mülleimer, Menschen, Autos, Verkehrsschilder u.a. störende Elemente entfernen. Den besten Kopf im Gruppenbild austauschen. Die Schmetterlingsflügel anmontieren.

Ist das immer Notwendig? Jein ! Bildgrundbearbeitung: JA. Portraitretusche: Nein ! Früher hatte man das ja auch nicht. Aber warum ablehnen wenn es möglich ist und die neue Technik es möglich macht.

Was verstehen Sie unter Bildgrundbearbeitung bzw. individueller Grundbearbeitung? Dazu müssen wir etwas weiter ausholen. Nehmen wir als Beispiel ihre kleine Digitalkamera. Der Chip erfasst das Bild und leitet es an den kleinen Computer in der Kamera weiter. Die Rohdaten des Chips bestehen aber aus einem unansehnlichen Haufen von Pixeln. Dieser kleine Computer entscheidet nun über den Pixelhaufen und macht daraus ein Bild. Er legt den Schwarz- und den Weißpunkt fest. Er bestimmt die Farbstimmung (warm oder kalt bzw. Weißabgleich). Er schärft das Bild nach. Er muß auch entscheiden was mit zu dunklen oder zu hellen Stellen passiert, er dreht den Kontrast nach oben und steuert die Farbsättigung. Am Ende kommt ein Bild raus welches den gängigsten Ansprüchen genügt und leider durch das eher schlecht geeignete JPEG Format kaum noch veränderbar ist.

Bei mir bzw. bei den meisten Fotografen ist das anders. Wir möchten das der Kameracomputer so wenig wie möglich über das Bild entscheidet. Ich nehme den Pixelhaufen der Kamera und bestimme am Computer selbst über all diese Werte. Dies wird durch das Rohformat der Kamera möglich. Da jedes Motiv anders ist, nenne ich es eine INDIVIDUELLE Grundbearbeitung.

Was wird noch gemacht?  Die normalen Einstellungen führen meist nicht immer zu guten Ergebnissen. Oft ist mehr nötig als "am Regler rumstellen". Gerade bei Hochzeitsaufnahmen gibt es verschiedene Probleme bei denen auch gute Kameras schnell an ihre Grenzen kommen. Sie ist strahlend Weiß angezogen, er schwarz. Die Sonne scheint erbarmungslos. Die Kamera muß sich nun entscheiden ob Sie lieber den dunklen Anzug, den blauen Himmel oder das strahlende Kleid perfekt belichtet. Alles zusammen geht nicht. Durch verschiedene Tricks und Bearbeitungen ist es aber dennoch möglich.

Dann ist es sehr oft nötig nur bestimmte Bereiche zu verändern und nicht das ganze Bild. Die Bäume und die Wiese brauchen mehr Farbe, das Brautpaar aber nicht. Das Bild ist links zu dunkel rechts aber zu hell. Solche "Mängel" lassen sich dank der Grundbearbeitung beheben.

Was kann man bei der Portraitretusche alles verändern? ALLES ! Die Grenze zur Unnatürlichkeit ist jedoch schnell überschritten. Gerade beim Portrait ist es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr realistisch. Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden.


 
In der Galerie, im Bereich Retusche finden Sie einige Beispiele dazu.
  

 

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